WDVS, Innendämmung, Sichtmauerwerk und Putzsanierung.
- Preisspanne
- 150–250 €/m² WDVS
- Bauzeit typisch
- 4–8 Wochen
- Förderung
- BEG EM Gebäudehülle
- Stand
- 09/2026
Was der Betrieb übernimmt
- Wärmedämmverbundsystem in EPS, Mineralwolle oder Holzfaser
- Innendämmung mit Kalziumsilikat oder Holzfaser bei erhaltenswerter Fassade
- Vorhangfassade, hinterlüftet, mit Ziegel-, Holz- oder Faserzementbekleidung
- Putzsanierung, Rissverpressung, Armierung und Schlussbeschichtung
- Sanierung und Ergänzung von Stuck, Gesimsen und Faschen
- Sockelabdichtung, Perimeterdämmung und Anschluss an das Erdreich
Im Bestand besonders zu beachten
Die Fassade ist die Maßnahme mit dem größten Einsparpotenzial und dem größten Risiko, den Charakter des Hauses zu zerstören. Bei verputzten Gründerzeitfassaden mit Stuck, bei Sichtziegel- und bei Fachwerkfassaden scheidet ein Außendämmsystem meist aus — dann bleibt die Innendämmung, die zwingend kapillaraktiv und dampfdiffusionsoffen ausgeführt werden muss und die eine ausgeführte Planung mit Feuchteschutznachweis verlangt. Wichtiger Nebeneffekt jeder Außendämmung: Fensterlaibungen, Rollladenkästen, Balkonplatten und der Sockel werden zu Wärmebrücken, wenn sie nicht mitgeplant werden.
Welcher Dämmstoff passt zum Altbau
Die Wahl hängt weniger vom Dämmwert ab als davon, ob außen oder innen gedämmt wird — und ob die Wand Feuchte aufnehmen und wieder abgeben können muss.
| Dämmstoff | λ in W/(mK) | Material je m² | Im Altbau |
|---|---|---|---|
| Mineralwolle | 0,032–0,045 | 15–35 € | Nicht brennbar, guter Schallschutz. Standard bei hinterlüfteten Fassaden. |
| EPS (Styropor) | 0,032–0,040 | 12–28 € | Günstigste Variante für WDVS. Nimmt keine Feuchte auf — für Innendämmung ungeeignet. |
| Holzfaser | 0,038–0,050 | 35–60 € | Kapillaraktiv, sommerlicher Hitzeschutz. Erste Wahl bei Fachwerk und Innendämmung. |
| Mineralschaumplatte | 0,040–0,050 | 45–75 € | Nicht brennbar und kapillaraktiv. Der Kompromiss für Innendämmung im Denkmal. |
| Kalziumsilikat | 0,050–0,065 | 60–95 € | Nimmt viel Feuchte auf. Bei schimmelgefährdeten Innenwänden. |
| Aerogel | 0,015–0,020 | 180–320 € | Sehr dünn bei gleicher Wirkung. Nur dort, wo jeder Zentimeter zählt. |
Innen oder außen — das ist die eigentliche Frage
Außendämmung ist bauphysikalisch fast immer die bessere Lösung: Sie hält die Wand warm und den Taupunkt draußen. Innendämmung kommt nur in Betracht, wenn die Fassade erhalten bleiben muss — dann aber zwingend mit kapillaraktivem Material und ohne Dampfsperre aus Folie. Eine falsch ausgeführte Innendämmung ist die häufigste Ursache für Schimmel nach einer Sanierung.
Was den Preis bestimmt
| Kostentreiber | Einordnung |
|---|---|
| System | EPS-WDVS 150–200 €/m², Mineralwolle 180–230 €/m², Holzfaser 200–260 €/m², hinterlüftete Fassade 280–450 €/m². |
| Dämmstärke | Von 14 auf 20 cm kostet rund 12–20 €/m² mehr und bringt den Förderstandard sicher in Reichweite. |
| Fassadengliederung | Jede Faschen-, Gesims- und Erkerkante ist Handarbeit; glatte Giebelwände sind am günstigsten. |
| Untergrund | Hohl liegender Altputz muss abgeschlagen werden — 15–30 €/m² zusätzlich. |
| Nebenarbeiten | Dachüberstand verlängern, Fensterbänke und Regenfallrohre versetzen, Hausanschlüsse umsetzen. |
Häufige Fragen
Lohnt sich Fassadendämmung im Altbau überhaupt?
Bei einer ungedämmten Vollziegelwand mit U-Wert um 1,4 W/m²K liegt der Wärmeverlust über die Fassade typisch bei 25–35 Prozent des Gesamtverlusts. Nach der Dämmung erreicht dieselbe Wand rund 0,20 W/m²K. Der Effekt ist unstrittig; die Wirtschaftlichkeit entscheidet sich über den Sowieso-Anteil — wenn der Putz ohnehin erneuert werden muss, rechnet es sich fast immer.
Was ist mit Schimmel nach der Dämmung?
Schimmel entsteht nach einer Außendämmung praktisch nie an der gedämmten Wand, sondern an vergessenen Wärmebrücken und bei fehlender Lüftung. Beides ist planbar: Laibungen mitdämmen, Rollladenkästen erneuern, Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 erstellen lassen.
Innendämmung — wie dick?
Im Altbau meist 6–10 cm kapillaraktives Material. Mehr Dämmstärke kühlt die Bestandswand weiter aus und erhöht das Risiko an einbindenden Holzbalkendecken. Genau hier gehört ein Feuchteschutznachweis dazu, kein Bauchgefühl.
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