Bestandsgebäude seit 1998 · Schwerpunkt Baujahr vor 1979

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Dachsanierung im Altbau

Neueindeckung, Aufsparrendämmung, Gauben und Dachflächenfenster.

Preisspanne
150–350 €/m² Dachfläche
Bauzeit typisch
3–6 Wochen
Förderung
BEG EM Gebäudehülle
Stand
09/2026

Was der Betrieb übernimmt

  • Abdecken, Entsorgen der Alteindeckung und Prüfen des Dachstuhls
  • Neue Lattung, Unterspannbahn und Eindeckung (Ton, Beton, Schiefer, Blech)
  • Aufsparren-, Zwischensparren- oder Untersparrendämmung
  • Gauben, Dachflächenfenster, Kehlen und Anschlüsse
  • Rinnen, Fallrohre, Blechanschlüsse, Schneefang
  • Gerüst, Bauschuttentsorgung, Dachdeckerarbeiten aus einer Hand

Im Bestand besonders zu beachten

Bei Häusern vor 1979 ist das Dach fast nie gedämmt und die Sparrenhöhe reicht selten für die heute geforderten Dämmstärken. Die ehrliche Reihenfolge lautet: erst Dachstuhl freilegen und auf Schädlingsbefall und Feuchte prüfen, dann über die Dämmvariante entscheiden. Aufsparrendämmung ist bauphysikalisch die sauberste Lösung, verändert aber Dachüberstand und Traufhöhe — bei Reihenhäusern und in Gestaltungssatzungsgebieten ist das genehmigungsrelevant. Wird ohnehin neu eingedeckt, ist der Aufpreis für die Dämmung der günstigste Moment im ganzen Gebäudeleben.

Was den Preis bestimmt

KostentreiberEinordnung
DachformEin Satteldach ohne Aufbauten liegt am unteren Rand; jede Gaube, Kehle und jeder Erker kostet Detailarbeit.
EindeckungBetondachstein ab ca. 15 €/m², Tondachziegel 25–45 €/m², Naturschiefer 80–140 €/m² Material.
DämmvarianteZwischensparren 40–70 €/m², Aufsparren 120–200 €/m² inklusive neuer Konterlattung.
Zustand des DachstuhlsAusgetauschte Sparrenköpfe und Schwellen sind der häufigste Nachtrag — 150–400 € je Sparren.
Gerüst8–14 €/m² Gerüstfläche für vier Wochen Standzeit, je nach Region und Höhe.

Häufige Fragen

Muss ich bei einer Neueindeckung dämmen?

Wird die Dachfläche zu mehr als 10 Prozent erneuert, greift die Nachrüstpflicht des Gebäudeenergiegesetzes: Das Bauteil muss anschließend den geforderten U-Wert einhalten. Praktisch bedeutet das, dass Neueindeckung und Dämmung zusammen geplant werden müssen.

Aufsparren- oder Zwischensparrendämmung?

Aufsparren, wenn das Dachgeschoss bewohnt bleibt und die Optik es zulässt: durchgehende Dämmebene, keine Wärmebrücken an den Sparren, kein Eingriff in den Innenausbau. Zwischensparren, wenn der Innenausbau ohnehin erneuert wird oder die Traufhöhe nicht verändert werden darf.

Was, wenn das Dachgeschoss ungenutzt bleibt?

Dann ist die oberste Geschossdecke die deutlich günstigere Maßnahme — 30–60 €/m² statt 150 €/m² aufwärts, bei ähnlichem Effekt auf den Heizbedarf. Für ungedämmte oberste Geschossdecken besteht ohnehin eine Nachrüstpflicht.

Das Dachgeschoss ausbauen

Der Ausbau ist der billigste Quadratmeter Wohnfläche, den ein Altbau hergibt – Hülle, Fundament und Anschlüsse sind bereits da. Ob er zulässig ist, entscheiden drei Werte, die vor jeder Kostenschätzung geprüft gehören.

PrüfpunktAnforderungWenn es nicht passt
Lichte Raumhöheje nach Landesbauordnung 2,20 bis 2,40 m über mindestens der halben GrundflächeKehlbalken anheben oder Gaube – beides statisch relevant
Tragfähigkeit der DeckeWohnnutzung verlangt 1,5 bis 2,0 kN/m²; alte Dachböden sind oft nur auf 1,0 kN/m² Lagerlast ausgelegtBalken auswechseln, aufdoppeln oder eine Lage Stahl einziehen
Wärmeschutzbeim Ausbau greift das Gebäudeenergiegesetz: höchstens 0,24 W/m²K für die DachflächeSparrenhöhe reicht selten – Aufdopplung oder Aufsparrendämmung
Die genauen Höhen stehen in der Landesbauordnung Ihres Bundeslandes und weichen voneinander ab.

Für die Wohnfläche zählt nicht die Grundfläche: Nach der Wohnflächenverordnung bleiben Bereiche unter 1 m Höhe außen vor, zwischen 1 und 2 m zählen sie zur Hälfte, erst ab 2 m voll. Ein 80 m² großer Dachboden ergibt so häufig nur 50 bis 60 m² anrechenbare Wohnfläche.

Was der Ausbau kostet

PositionSpanneBezug
Statik, Planung, Bauantrag3.000–8.000 €pauschal
Zwischensparrendämmung mit Dampfbremse60–110 €je m² Dachfläche
Aufsparrendämmung, nur mit Neueindeckung180–320 €je m² Dachfläche
Dachfenster inklusive Einbau und Anschluss1.200–2.500 €je Stück
Schleppgaube8.000–20.000 €je Stück
Innenausbau in Trockenbau60–110 €je m² beplankte Fläche
Trockenestrich auf Holzbalkendecke50–95 €je m² Bodenfläche
Elektro und Heizungsanbindung90–160 €je m² Wohnfläche
Ausbau gesamt, ohne Bad700–1.400 €je m² Wohnfläche
Richtwerte für ausführende Betriebe, Stand 09/2026. Ein Bad im Dachgeschoss schlägt zusätzlich mit 15.000 bis 30.000 € zu Buche – siehe Kosten der Badsanierung.

Der Fehler, der am teuersten wird

Zwischensparrendämmung ohne luftdichte, sauber verklebte Dampfbremse. Warme Raumluft wandert dann in die Dämmebene, kondensiert an der kalten Unterseite der Dachdeckung und durchfeuchtet Sparren und Dämmstoff. Sichtbar wird das oft erst nach zwei bis drei Wintern – dann ist die Verkleidung wieder abzunehmen. Verlangen Sie die Verklebung aller Anschlüsse an Giebel, Kehlbalken und Durchdringungen als eigene Position im Angebot.

Der Ausbau ist fast immer genehmigungspflichtig, weil er eine Nutzungsänderung darstellt. Geprüft werden dabei auch der zweite Rettungsweg und der Brandschutz des Treppenraums. Die Förderung für die Gebäudehülle greift für die Dämmung mit, nicht für den Innenausbau.

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