Neueindeckung, Aufsparrendämmung, Gauben und Dachflächenfenster.
- Preisspanne
- 150–350 €/m² Dachfläche
- Bauzeit typisch
- 3–6 Wochen
- Förderung
- BEG EM Gebäudehülle
- Stand
- 09/2026
Was der Betrieb übernimmt
- Abdecken, Entsorgen der Alteindeckung und Prüfen des Dachstuhls
- Neue Lattung, Unterspannbahn und Eindeckung (Ton, Beton, Schiefer, Blech)
- Aufsparren-, Zwischensparren- oder Untersparrendämmung
- Gauben, Dachflächenfenster, Kehlen und Anschlüsse
- Rinnen, Fallrohre, Blechanschlüsse, Schneefang
- Gerüst, Bauschuttentsorgung, Dachdeckerarbeiten aus einer Hand
Im Bestand besonders zu beachten
Bei Häusern vor 1979 ist das Dach fast nie gedämmt und die Sparrenhöhe reicht selten für die heute geforderten Dämmstärken. Die ehrliche Reihenfolge lautet: erst Dachstuhl freilegen und auf Schädlingsbefall und Feuchte prüfen, dann über die Dämmvariante entscheiden. Aufsparrendämmung ist bauphysikalisch die sauberste Lösung, verändert aber Dachüberstand und Traufhöhe — bei Reihenhäusern und in Gestaltungssatzungsgebieten ist das genehmigungsrelevant. Wird ohnehin neu eingedeckt, ist der Aufpreis für die Dämmung der günstigste Moment im ganzen Gebäudeleben.
Was den Preis bestimmt
| Kostentreiber | Einordnung |
|---|---|
| Dachform | Ein Satteldach ohne Aufbauten liegt am unteren Rand; jede Gaube, Kehle und jeder Erker kostet Detailarbeit. |
| Eindeckung | Betondachstein ab ca. 15 €/m², Tondachziegel 25–45 €/m², Naturschiefer 80–140 €/m² Material. |
| Dämmvariante | Zwischensparren 40–70 €/m², Aufsparren 120–200 €/m² inklusive neuer Konterlattung. |
| Zustand des Dachstuhls | Ausgetauschte Sparrenköpfe und Schwellen sind der häufigste Nachtrag — 150–400 € je Sparren. |
| Gerüst | 8–14 €/m² Gerüstfläche für vier Wochen Standzeit, je nach Region und Höhe. |
Häufige Fragen
Muss ich bei einer Neueindeckung dämmen?
Wird die Dachfläche zu mehr als 10 Prozent erneuert, greift die Nachrüstpflicht des Gebäudeenergiegesetzes: Das Bauteil muss anschließend den geforderten U-Wert einhalten. Praktisch bedeutet das, dass Neueindeckung und Dämmung zusammen geplant werden müssen.
Aufsparren- oder Zwischensparrendämmung?
Aufsparren, wenn das Dachgeschoss bewohnt bleibt und die Optik es zulässt: durchgehende Dämmebene, keine Wärmebrücken an den Sparren, kein Eingriff in den Innenausbau. Zwischensparren, wenn der Innenausbau ohnehin erneuert wird oder die Traufhöhe nicht verändert werden darf.
Was, wenn das Dachgeschoss ungenutzt bleibt?
Dann ist die oberste Geschossdecke die deutlich günstigere Maßnahme — 30–60 €/m² statt 150 €/m² aufwärts, bei ähnlichem Effekt auf den Heizbedarf. Für ungedämmte oberste Geschossdecken besteht ohnehin eine Nachrüstpflicht.
Das Dachgeschoss ausbauen
Der Ausbau ist der billigste Quadratmeter Wohnfläche, den ein Altbau hergibt – Hülle, Fundament und Anschlüsse sind bereits da. Ob er zulässig ist, entscheiden drei Werte, die vor jeder Kostenschätzung geprüft gehören.
| Prüfpunkt | Anforderung | Wenn es nicht passt |
|---|---|---|
| Lichte Raumhöhe | je nach Landesbauordnung 2,20 bis 2,40 m über mindestens der halben Grundfläche | Kehlbalken anheben oder Gaube – beides statisch relevant |
| Tragfähigkeit der Decke | Wohnnutzung verlangt 1,5 bis 2,0 kN/m²; alte Dachböden sind oft nur auf 1,0 kN/m² Lagerlast ausgelegt | Balken auswechseln, aufdoppeln oder eine Lage Stahl einziehen |
| Wärmeschutz | beim Ausbau greift das Gebäudeenergiegesetz: höchstens 0,24 W/m²K für die Dachfläche | Sparrenhöhe reicht selten – Aufdopplung oder Aufsparrendämmung |
Für die Wohnfläche zählt nicht die Grundfläche: Nach der Wohnflächenverordnung bleiben Bereiche unter 1 m Höhe außen vor, zwischen 1 und 2 m zählen sie zur Hälfte, erst ab 2 m voll. Ein 80 m² großer Dachboden ergibt so häufig nur 50 bis 60 m² anrechenbare Wohnfläche.
Was der Ausbau kostet
| Position | Spanne | Bezug |
|---|---|---|
| Statik, Planung, Bauantrag | 3.000–8.000 € | pauschal |
| Zwischensparrendämmung mit Dampfbremse | 60–110 € | je m² Dachfläche |
| Aufsparrendämmung, nur mit Neueindeckung | 180–320 € | je m² Dachfläche |
| Dachfenster inklusive Einbau und Anschluss | 1.200–2.500 € | je Stück |
| Schleppgaube | 8.000–20.000 € | je Stück |
| Innenausbau in Trockenbau | 60–110 € | je m² beplankte Fläche |
| Trockenestrich auf Holzbalkendecke | 50–95 € | je m² Bodenfläche |
| Elektro und Heizungsanbindung | 90–160 € | je m² Wohnfläche |
| Ausbau gesamt, ohne Bad | 700–1.400 € | je m² Wohnfläche |
Der Fehler, der am teuersten wird
Zwischensparrendämmung ohne luftdichte, sauber verklebte Dampfbremse. Warme Raumluft wandert dann in die Dämmebene, kondensiert an der kalten Unterseite der Dachdeckung und durchfeuchtet Sparren und Dämmstoff. Sichtbar wird das oft erst nach zwei bis drei Wintern – dann ist die Verkleidung wieder abzunehmen. Verlangen Sie die Verklebung aller Anschlüsse an Giebel, Kehlbalken und Durchdringungen als eigene Position im Angebot.
Der Ausbau ist fast immer genehmigungspflichtig, weil er eine Nutzungsänderung darstellt. Geprüft werden dabei auch der zweite Rettungsweg und der Brandschutz des Treppenraums. Die Förderung für die Gebäudehülle greift für die Dämmung mit, nicht für den Innenausbau.
Angebotsservice
Drei Angebote von Betrieben, die Bestandsgebäude kennen
Wir fragen nach Baujahr, Bauteil und Zustand — nicht nur nach der Postleitzahl. Das ist der Unterschied zwischen einem Kontakt und einem verwertbaren Angebot.