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Badsanierung im Altbau

Komplettbad, Barrierefreiheit, Steigleitungen im Bestand.

Preisspanne
12.000–30.000 € Komplettbad
Bauzeit typisch
3–5 Wochen
Förderung
KfW 455-B Barrierereduzierung
Stand
09/2026

Was der Betrieb übernimmt

  • Entkernung, Entsorgung, Staubschutz und Baustellenlogistik
  • Erneuerung von Zu- und Ableitungen inklusive Steigstrang
  • Bodengleiche Dusche, Abdichtung nach DIN 18534, Fliesen- und Natursteinarbeiten
  • Elektro: Fehlerstromschutz, Steckdosen, Beleuchtung, Handtuchheizkörper
  • Lüftung mit Feuchteschutz, Trockenbauvorwand, Türverbreiterung
  • Sanitärobjekte, Armaturen, Möbel und Endmontage

Im Bestand besonders zu beachten

Im Altbau ist das Bad selten nur eine Oberflächenfrage. Häufig liegt es über einer Holzbalkendecke, was die Aufbauhöhe für eine bodengleiche Dusche begrenzt und eine sorgfältige Abdichtung erzwingt. Die Steigleitungen sind oft aus Blei oder verzinktem Stahl und werden fast immer mit erneuert — das betrifft dann alle Wohnungen des Strangs und muss mit der Eigentümergemeinschaft abgestimmt werden. Wer die Chance nutzt und gleich barrierefrei baut, spart die zweite Sanierung in fünfzehn Jahren und kann Fördermittel für Barrierereduzierung abrufen.

Die Abdichtung entscheidet, nicht die Fliese

Der einzige Teil einer Badsanierung, der sich nicht nachbessern lässt, ohne alles wieder aufzureissen. Wie dicht gearbeitet werden muss, hängt davon ab, wie stark eine Fläche beansprucht wird – die Norm unterscheidet dafür Wassereinwirkungsklassen.

KlasseWoWas nötig ist
W0-IWandflächen ohne Spritzwasser, etwa hinter dem Waschtisch im großen BadKeine Abdichtung erforderlich
W1-IWandflächen über Badewannen und in Duschen, Böden im Bad ohne AblaufVerbundabdichtung im Spritzbereich
W2-IBodenflächen mit Ablauf, etwa die bodengleiche DuscheVerbundabdichtung flächig, Dichtbänder in allen Ecken und Anschlüssen, Anschluss an den Ablauf mit Dichtmanschette
W3-IGewerbliche Bäder, SchwimmbeckenBauwerksabdichtung, im Wohnbereich selten
Die bodengleiche Dusche, die heute fast jeder will, fällt regelmäßig unter W2-I. Genau hier wird gespart – und genau hier zeigt sich der Fehler drei Jahre später an der Decke des Nachbarn darunter.

Achten Sie im Angebot auf drei Formulierungen: die Klasse, das geprüfte Systemprodukt (Abdichtung, Dichtband und Kleber müssen vom selben Hersteller stammen und zusammen geprüft sein) und die Dichtmanschetten an jedem Rohrdurchgang. Fehlt eines davon, ist die Abdichtung im Schadensfall wertlos.

Barrierefrei, wenn schon einmal alles offen ist

Der günstigste Zeitpunkt für einen barrierefreien Umbau ist die Sanierung, die ohnehin ansteht – die Mehrkosten liegen dann bei wenigen tausend Euro statt bei einer zweiten Vollsanierung in zehn Jahren. Die Maße stehen in der Norm für barrierefreies Bauen:

AnforderungMaß
Bewegungsfläche vor Objekten120 × 120 cm
Bewegungsfläche bei Rollstuhlnutzung150 × 150 cm
Duschplatzbodengleich, Schwelle höchstens 2 cm
Lichte Türbreitemindestens 80 cm, bei Rollstuhlnutzung 90 cm
Türnach außen öffnend oder Schiebetür
Wände für Stützgriffetragfähig ausgeführt, auch wenn Griffe erst später kommen
Der letzte Punkt kostet fast nichts und wird fast immer vergessen: Wer die Vorwand jetzt so ausführen lässt, dass sie später einen Haltegriff trägt, spart den Umbau vollständig.

Die Steigleitung ist die Frage, die alles entscheidet

Ein Bad lässt sich in zwei Wochen erneuern. Eine Steigleitung, die durch alle Geschosse läuft, nicht – und wenn sie aus den 1960er-Jahren stammt, hat sie ihre Lebensdauer erreicht. Verzinkte Stahlleitungen versanden von innen, der Querschnitt nimmt ab, und irgendwann bricht die Zinkschicht auf.

Zweimal dieselbe Wand öffnen

Wer das neue Bad fertigstellt und zwei Jahre später die Steigleitung tauschen muss, reißt die frischen Fliesen wieder heraus. Lassen Sie den Zustand des Strangs prüfen, bevor Sie mit der Badplanung beginnen – ein Rohrstück aufschneiden und hineinsehen genügt oft. Im Mehrfamilienhaus ist der Strang übrigens Gemeinschaftseigentum: Dann entscheidet die Eigentümerversammlung mit, und das braucht Vorlauf.

Was den Preis bestimmt

KostentreiberEinordnung
GrundflächeUnter 6 m² und über 12 m² sind die Ausreißer nach unten und oben; der Fliesenaufwand skaliert nicht linear.
LeitungsführungNeuer Steigstrang 2.500–6.000 €; Versetzen des WC-Abgangs ist der teuerste Einzelwunsch.
DeckeHolzbalkendecke bedeutet Trockenaufbau, Schallentkopplung und begrenzte Aufbauhöhe.
AusstattungStandardkeramik 1.500–3.000 €, gehobene Ausstattung 6.000–12.000 € nur für Objekte und Armaturen.
Fliesen25–60 €/m² Material, 55–95 €/m² Verlegung; Großformat und Mosaik jeweils deutlich darüber.

Häufige Fragen

Was kostet ein Komplettbad im Altbau wirklich?

Für 8 m² mit neuen Leitungen, bodengleicher Dusche und mittlerer Ausstattung liegt die belastbare Spanne bei 18.000 bis 26.000 Euro. Deutlich günstigere Angebote enthalten meist keine Leitungserneuerung — die Frage nach dem Steigstrang gehört in jedes Angebotsgespräch.

Bodengleiche Dusche über Holzbalkendecke?

Möglich, aber Planungssache. Es braucht eine extraflache Ablaufrinne oder Wandablauf, eine geprüfte Verbundabdichtung und eine Auswechslung im Balkenfeld. Ein Fliesenleger allein sollte diese Entscheidung nicht treffen.

Gibt es Fördermittel fürs Bad?

Nicht über die Gebäudeenergieförderung, aber über Barrierereduzierung — Zuschuss der KfW für Einzelmaßnahmen wie bodengleiche Dusche, Türverbreiterung und Haltegriffe. Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden.

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