Stahlteile, die Mauerwerk zusammenhalten oder mit anderen Bauteilen verbinden. Im Altbau begegnen sie in drei Formen: als sichtbare Zuganker an der Fassade, als Drahtanker in zweischaligen Wänden und als nachträglich eingesetzte Spiralanker.
| Anker | Aufgabe | Typisch |
|---|---|---|
| Zuganker, Schlauder | verbindet Außenwand und Balkenlage, hält die Wand gegen Ausbauchen | sichtbar als S-, X- oder Zierform an alten Fassaden |
| Luftschichtanker | verbindet Vormauerschale und Innenschale | Drahtanker in der Lagerfuge, in der Regel mindestens fünf je m² |
| Spiral- oder Helixanker | vernäht gerissenes Mauerwerk | nachträglich in ausgefräste Lagerfugen eingemörtelt |
Die schmiedeeisernen Anker an Gründerzeit- und Fachwerkhäusern sind oft über hundert Jahre alt und rosten. Weil Rost mehr Volumen hat als Stahl, sprengt er das Mauerwerk um den Anker auf. Meist wird der Anker freigelegt, entrostet, geschützt und wieder eingemörtelt; die Balkenköpfe dahinter verdienen dabei einen Blick.
Rostende Luftschichtanker
In zweischaligen Wänden der Nachkriegszeit wurden teils verzinkte statt nichtrostende Drahtanker verbaut. Rosten sie durch, verliert die Vormauerschale ihren Halt – bei Sturm kann sie sich lösen. Anzeichen sind Ausbauchungen und Risse in der Klinkerfassade. Nachverankert wird mit Schraubankern aus Edelstahl von außen.
Siehe Zweischaliges Mauerwerk, Setzrisse und Klinker.
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