Sparsam gebaut, oft mit Hohlmauerwerk oder Schlackebeton — Materialqualität sehr unterschiedlich.
- Bauzeit
- 1919–1945
- Spez. Heizlast
- 110–150 W/m²
- Anteil
- rund 12 % des Wohnbestands
- Stand
- 09/2026
Typische Konstruktion
Ungedämmt liegt der Wärmedurchgang dieser Wand bei etwa 1,5 W/m²K. Nach einer Außendämmung mit 16 cm erreicht dieselbe Wand rund 0,20 W/m²K.
- Außenwände häufig dünner als in der Gründerzeit, teils zweischalig mit Luftschicht
- Verwendung von Schlacke, Bims und Hohlblocksteinen wechselnder Qualität
- Holzbalkendecken, in Siedlungsbauten auch frühe Massivdecken
- Einfachverglaste Holzfenster mit schmalen Profilen
- Steildächer mit geringer Sparrenhöhe
Richtwerte für ein unsaniertes Gebäude dieser Baualtersklasse. Die Reihenfolge der Sanierung folgt dieser Verteilung nur bedingt — entscheidend ist zusätzlich, wie günstig eine Fläche zugänglich ist.
Was in dieser Baualtersklasse häufig auftritt
- Kriegsbedingte Reparaturen mit minderwertigem Material, oft unsichtbar verbaut
- Zweischaliges Mauerwerk ohne Luftschichtanker, Außenschale teils ohne Verbund
- Setzrisse an Anbauten und Erweiterungen der Nachkriegszeit
- Schlackebeton mit Sulfatbelastung, aggressiv gegenüber Bewehrung
- Undichte Anschlüsse an Erker und Gauben
Sinnvolle Reihenfolge
| Schritt | Maßnahme |
|---|---|
| 1 | Wandaufbau durch Endoskopie oder Bohrkern klären — Hohlräume verändern jede Dämmentscheidung |
| 2 | Bei zweischaligem Mauerwerk Kerndämmung prüfen, das ist die günstigste wirksame Maßnahme |
| 3 | Dach und oberste Geschossdecke dämmen |
| 4 | Fenster erneuern, Laibungen dämmen |
| 5 | Heizungstechnik und Warmwasser |
| 6 | Fassade dämmen oder verputzen |
Der häufigste Fehler in dieser Klasse
Der Wandaufbau lässt sich in dieser Baualtersklasse nicht von außen ablesen. Zwei Häuser derselben Straßenzeile können völlig unterschiedlich aufgebaut sein. Eine Kerndämmung in eine vermeintliche Luftschicht einzublasen, die in Wirklichkeit mit Bauschutt verfüllt ist, ist ein teurer und irreversibler Fehler — deshalb steht hier die Bauteiluntersuchung vor jedem Angebot.
Angebotsservice
Drei Angebote von Betrieben, die Bestandsgebäude kennen
Wir fragen nach Baujahr, Bauteil und Zustand — nicht nur nach der Postleitzahl. Das ist der Unterschied zwischen einem Kontakt und einem verwertbaren Angebot.