Knappe Materialien, dünne Wände, aber klare Grundrisse und meist gute Statik.
- Bauzeit
- 1946–1959
- Spez. Heizlast
- 100–140 W/m²
- Anteil
- rund 14 % des Wohnbestands
- Stand
- 09/2026
Typische Konstruktion
Ungedämmt liegt der Wärmedurchgang dieser Wand bei etwa 1,6 W/m²K. Nach einer Außendämmung mit 16 cm erreicht dieselbe Wand rund 0,20 W/m²K.
- Außenwände 24–30 cm, oft Hohlblock oder Bimsbeton, U-Wert 1,2–1,7 W/m²K
- Massive Stahlbetondecken werden zum Standard
- Einfache Holzfenster, ab Ende der 1950er erste Verbundfenster
- Ziegel- oder Betondachsteine auf ungedämmtem Sparrendach
- Keller mit Betonboden, Abdichtung meist nur schwarze Bitumenanstriche
Richtwerte für ein unsaniertes Gebäude dieser Baualtersklasse. Die Reihenfolge der Sanierung folgt dieser Verteilung nur bedingt — entscheidend ist zusätzlich, wie günstig eine Fläche zugänglich ist.
Was in dieser Baualtersklasse häufig auftritt
- Sehr hohe Transmissionsverluste über dünne Außenwände
- Wärmebrücken an durchgehenden Betondecken und Balkonplatten
- Nachträglich montierte Rollladenkästen als offene Wärmebrücke
- Erste Asbestanwendungen: Faserzementplatten an Fassade und Dach
- Feuchte Kellerwände durch gealterte Bitumenabdichtung
Sinnvolle Reihenfolge
| Schritt | Maßnahme |
|---|---|
| 1 | Asbestverdacht an Faserzement und Bodenklebern klären, bevor gearbeitet wird |
| 2 | Fassadendämmung — hier ist der Hebel am größten, weil die Wand so dünn ist |
| 3 | Dach oder oberste Geschossdecke |
| 4 | Fenster mit gedämmten Laibungen und neuen Rollladenkästen |
| 5 | Heizungstausch mit Auslegung auf den gedämmten Zustand |
| 6 | Kellerdecke dämmen |
Der häufigste Fehler in dieser Klasse
Diese Häuser sind die dankbarsten Sanierungsobjekte: einfache Kubatur, kein Denkmalschutz, sehr schlechter Ausgangswert — also großer Effekt pro investiertem Euro. Der Stolperstein ist Asbest. Faserzementplatten, Fensterbänke, Blumenkästen, Nachtspeicheröfen und Flexplatten stammen genau aus dieser Zeit und dürfen nur von Fachbetrieben mit TRGS-519-Qualifikation entfernt werden — siehe Schadstoffsanierung im Altbau.
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Drei Angebote von Betrieben, die Bestandsgebäude kennen
Wir fragen nach Baujahr, Bauteil und Zustand — nicht nur nach der Postleitzahl. Das ist der Unterschied zwischen einem Kontakt und einem verwertbaren Angebot.