Bestandsgebäude seit 1998 · Schwerpunkt Baujahr vor 1979

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Fachwerkhaus sanieren

Eigene Bauphysik, eigene Regeln — hier entscheidet die Materialwahl über den Bestand des Hauses.

Bauzeit
alle Epochen
Spez. Heizlast
130–180 W/m²
Anteil
rund 2,4 Mio. Gebäude
Stand
09/2026

Typische Konstruktion

Typischer WandaufbauGesamtdicke rund 315 mm
Lehmputz innen 20 mmGefach mit Lehmwickel 140 mmFachwerkholz 140 mmKalkputz außen 15 mm

Ungedämmt liegt der Wärmedurchgang dieser Wand bei etwa 1,7 W/m²K. Nach einer Außendämmung mit 16 cm erreicht dieselbe Wand rund 0,20 W/m²K.

  • Tragendes Holzgerüst mit Gefachen aus Lehm, Ziegel oder Bruchstein
  • Kalk- oder Lehmputz innen und außen, konstruktiver Holzschutz durch Überstände
  • Holzbalkendecken, oft mit Lehmwickeln
  • Steildach mit großen Überständen, historisch ohne Unterspannbahn
  • Kein Sockel im heutigen Sinn, direkter Kontakt zum Erdreich
Wohin die Wärme entweichtAnteile am Transmissions- und Lüftungsverlust
33 %17 %16 %10 %24 %
AußenwandDachFensterKellerLüftung

Richtwerte für ein unsaniertes Gebäude dieser Baualtersklasse. Die Reihenfolge der Sanierung folgt dieser Verteilung nur bedingt — entscheidend ist zusätzlich, wie günstig eine Fläche zugänglich ist.

Was in dieser Baualtersklasse häufig auftritt

  • Fäulnis an Schwellen und Ständerfüßen durch Spritzwasser und dichte Sockelbeschichtungen
  • Zementputz und Dispersionsfarbe aus früheren Sanierungen, die Feuchte einsperren
  • Anobienbefall und Hausbock im Konstruktionsholz
  • Undichte Gefachanschlüsse durch Schwinden des Holzes
  • Nachträglich eingebaute Betonböden ohne Kapillarbrechung

Sinnvolle Reihenfolge

SchrittMaßnahme
1Holzschutzgutachten und Bestandsaufnahme des Tragwerks
2Zementputz und dichte Anstriche entfernen, Gefache mit Kalk oder Lehm instand setzen
3Schwellen und Ständerfüße zimmermannsmäßig auswechseln
4Dach dämmen, Überstände und Traufdetails erhalten
5Innendämmung ausschließlich kapillaraktiv mit Feuchteschutznachweis
6Heizung mit Flächenheizung und niedriger Vorlauftemperatur

Der häufigste Fehler in dieser Klasse

Fachwerk verzeiht keine falsche Materialwahl. Zementputz, Dispersionsfarbe, Folien und dampfdichte Dämmungen sind die häufigste Ursache für Schäden am Tragwerk — sie sperren Feuchte im Holz ein, die dort früher trocknen konnte. Wer ein Fachwerkhaus saniert, braucht nicht den billigsten, sondern den erfahrenen Betrieb; ein Restaurator im Zimmererhandwerk ist die bessere Adresse als ein Allrounder.

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