Dachstuhl, Holzbalkendecke, Gaube, Aufstockung – und der Statiker, ohne den im Bestand nichts davon genehmigt wird.
- Preisspanne
- 60–85 € Stundensatz
- Statik
- 800–6.000 € je Nachweis
- Förderung
- nur anteilig
- Stand
- 09/2026
Was der Betrieb übernimmt
- Dachstuhl instand setzen: Sparren aufdoppeln, Kehlbalken versetzen, Pfetten auswechseln
- Balkenköpfe sanieren, wenn das Auflager im Mauerwerk verfault ist
- Holzbalkendecken ertüchtigen für Wohnnutzung, Schall- und Brandschutz
- Auswechslungen für Treppenöffnungen und nach dem Rückbau eines Schornsteins
- Gauben, Dachflächenfenster, Anbauten und Aufstockungen
- Fachwerk: Schwellen, Ständer und Riegel abbinden und einsetzen
- Tragwerksplanung und Standsicherheitsnachweis für den Bauantrag
Im Bestand besonders zu beachten
Die Lastannahmen sind der Punkt, an dem die meisten Ausbauvorhaben kippen. Ein nicht ausgebauter Dachboden ist als Lagerfläche bemessen, in der Größenordnung von einem Kilonewton je Quadratmeter. Für Wohnnutzung sind 1,5 bis 2,0 kN/m² anzusetzen, dazu ein Zuschlag für nicht tragende Trennwände. Die vorhandenen Balken tragen das oft – aber eben nicht immer, und ohne Nachweis weiß es niemand. Wie sich das auf einen Dachgeschossausbau auswirkt, steht dort ausführlich.
Der zweite Klassiker ist der Balkenkopf. Wo ein Deckenbalken in der Außenwand aufliegt, ist es feucht und schlecht belüftet; nach hundert Jahren ist das Holz dort weich, während der Balken einen Meter weiter kerngesund ist. Sichtbar wird das erst, wenn der Putz ab ist. Wer eine Innendämmung plant, sollte die Balkenköpfe vorher öffnen lassen – danach ist die Stelle für Jahrzehnte zu.
Erst die Ursache, dann das Holz
Verfaultes Holz ist fast nie ein Holzproblem. Dahinter steht ein undichtes Dach, eine fehlende Sperrschicht oder ein Rohrschaden. Wird nur der Balken getauscht, ist der neue in zehn Jahren genauso weit. Bei Verdacht auf Echten Hausschwamm gilt zusätzlich: nichts abreißen, nichts abdecken, sondern erst einen Sachverständigen – siehe Feuchtigkeit und Keller.
Was den Preis bestimmt
| Leistung | Spanne | Bezug |
|---|---|---|
| Tragwerksplanung für einen Wanddurchbruch | 800–2.500 € | je Nachweis |
| Tragwerksplanung für Ausbau oder Aufstockung | 2.500–6.000 € | je Vorhaben |
| Balkenkopf sanieren, Prothese oder Harzverfahren | 300–900 € | je Balken |
| Sparren aufdoppeln für mehr Dämmstärke | 25–60 € | je laufender Meter |
| Holzbalkendecke für Wohnnutzung ertüchtigen | 80–180 € | je m² Deckenfläche |
| Schleppgaube | 8.000–20.000 € | je Stück |
| Dachstuhl vollständig erneuern | 120–250 € | je m² Dachfläche |
| Aufstockung um ein Geschoss | 1.800–3.000 € | je m² neuer Wohnfläche |
Häufige Fragen
Brauche ich für einen Wanddurchbruch wirklich einen Statiker?
Sobald die Wand tragend ist: ja. Ob sie tragend ist, lässt sich im Altbau nicht an der Dicke ablesen – eine 11,5 cm starke Wand kann tragend sein, eine 24er nicht. Die Prüfung kostet wenig, der nachträgliche Nachweis nach einem Riss sehr viel.
Zimmerer oder Statiker – wen zuerst?
Bei allem, was Lasten ändert, den Tragwerksplaner. Er sagt, was geht; der Zimmerer setzt es um. Viele Zimmereien arbeiten fest mit einem Büro zusammen und organisieren das mit – fragen Sie danach, das spart eine Schnittstelle.
Kann ich ein Dach aufstocken, ohne neu zu gründen?
Häufig ja, wenn in Holzbauweise aufgestockt wird: Das Eigengewicht liegt deutlich unter dem einer Massivbauweise, und die vorhandene Gründung trägt es oft mit. Entschieden wird es über die Bestandsstatik und, wenn die fehlt, über eine Bauteilöffnung.
Wird das gefördert?
Der konstruktive Teil nicht. Gefördert wird der energetische Anteil – die Dämmung des Dachs, die neuen Fenster. Wer aufdoppelt, um überhaupt dämmen zu können, sollte das im Angebot getrennt ausweisen lassen, damit der förderfähige Teil sauber abgrenzbar ist.
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