Horizontalsperre, Abdichtung, Hausschwamm und Salzschäden.
- Preisspanne
- 80–700 € je lfm
- Bauzeit typisch
- 2–5 Wochen
- Förderung
- nein
- Stand
- 09/2026
Was der Betrieb übernimmt
- Feuchtemessung, Salzanalyse und Ursachenklärung vor der Maßnahme
- Nachträgliche Horizontalsperre durch Injektion oder Mauersägeverfahren
- Außenabdichtung mit Freilegen der Kellerwand und Drainage
- Innenabdichtung, Sperrputz, Sanierputzsysteme
- Bekämpfung von Echtem Hausschwamm und Holzschädlingen
- Kellerdeckendämmung und Trockenlegung von Bodenplatten
Im Bestand besonders zu beachten
Kein anderes Thema wird so oft falsch angegangen. Ein feuchter Keller hat mindestens vier mögliche Ursachen — aufsteigende Feuchte, seitlich eindringendes Wasser, Kondensat aus falschem Lüften und ein Rohrschaden — und jede verlangt eine andere Maßnahme. Deshalb steht am Anfang immer die Messung, nicht das Angebot. Besondere Dringlichkeit hat der Echte Hausschwamm: Er wächst durch Mauerwerk, zerstört tragendes Holz und ist in mehreren Bundesländern meldepflichtig. Wer ihn vermutet, holt zuerst einen Sachverständigen und erst danach einen Handwerksbetrieb.
Die vier Ursachen auseinanderhalten
Ein feuchter Keller sieht immer gleich aus und hat vier völlig verschiedene Ursachen. Jede verlangt eine andere Maßnahme, und jede Maßnahme ist gegen die anderen drei wirkungslos. Deshalb steht am Anfang die Diagnose, nicht das Angebot.
| Ursache | Woran man sie erkennt | Was hilft |
|---|---|---|
| Aufsteigende Feuchte | Waagerecht begrenztes Feuchteband bis etwa einen Meter Höhe, Salzausblühungen, abplatzender Putz. Über das ganze Jahr gleich. | Nachträgliche Horizontalsperre, injiziert oder mechanisch |
| Seitlich eindringendes Wasser | Flächige Durchfeuchtung, oft nach Regen stärker, häufig auf der Wetterseite oder am Hang. | Außenabdichtung mit Freilegen der Wand, Drainage |
| Kondensat | Feuchte an kühlen Flächen, im Sommer schlimmer als im Winter, Schimmel in Ecken und hinter Möbeln. | Lüftungsverhalten, Dämmung der kalten Flächen – keine Abdichtung |
| Rohrschaden | Örtlich begrenzt, oft ohne Salze, manchmal warm. Der Wasserzähler läuft bei geschlossenen Hahnen weiter. | Leckortung und Reparatur, nicht Trockenlegung |
Wie richtig gemessen wird
| Verfahren | Was es leistet | Aussagekraft |
|---|---|---|
| Darr-Methode an Bohrkernen | Das Material wird gewogen, getrocknet und erneut gewogen. Ergibt die Masseprozent Feuchte. | Der Referenzwert. Laborgenau. |
| CM-Messung | Baustellenverfahren mit Calciumcarbid, Ergebnis in wenigen Minuten. | Belastbar, für die Baustelle ausreichend. |
| Elektrische Messung, kapazitiv oder Widerstand | Gerät wird an die Wand gehalten oder eingestochen. | Nur Indikator. Zeigt bei salzbelastetem Mauerwerk deutlich zu hohe Werte. |
Warum Salze das eigentliche Problem sind
Nitrate, Chloride und Sulfate wandern über Jahrzehnte mit dem Wasser in die Wand und bleiben dort, wenn das Wasser verdunstet. Sie sind hygroskopisch: Sie ziehen Feuchte aus der Raumluft, auch wenn von unten längst nichts mehr nachkommt. Eine Wand kann deshalb nach einer erfolgreichen Sperre weiter feucht wirken.
Die Lösung ist kein dichter Putz, sondern ein poröser. Ein Sanierputz nimmt Salze in seinem Porenraum auf und hält die Oberfläche trocken. Er ist damit ein Speicher, keine Sperre – und wer ihn auf eine Wand setzt, in der die Ursache noch aktiv ist, hat in fünf Jahren dasselbe Bild wie vorher.
Rechnen Sie mit Trocknungszeit
Nach einer Horizontalsperre trocknet die Wand nach, und zwar langsam: als Faustwert etwa ein Zentimeter Wandstärke je Monat. Eine 50 cm dicke Bruchsteinwand braucht also gut vier Jahre, bis sie durchgetrocknet ist. Wer direkt danach täfelt, tapeziert oder dämmt, schließt die Feuchte ein. Planen Sie den Innenausbau bewusst später ein – oder wählen Sie Aufbauten, die diffusionsoffen bleiben.
Was den Preis bestimmt
| Kostentreiber | Einordnung |
|---|---|
| Verfahren | Injektion 80–160 €/lfm, Mauersägeverfahren 250–450 €/lfm, Chromstahlblech-Einschlagverfahren dazwischen. |
| Außenabdichtung | 350–700 €/lfm inklusive Erdaushub, Abdichtung, Perimeterdämmung und Drainage. |
| Zugänglichkeit | Enge Grundstücke, Anbauten und Bäume machen Baggerarbeit zur Handschachtung. |
| Salzbelastung | Stark versalzenes Mauerwerk braucht Kompressenputz und mehrere Trocknungszyklen. |
| Schädlingsbefall | Hausschwammsanierung umfasst Rückbau befallener Bauteile weit über den sichtbaren Bereich hinaus. |
Häufige Fragen
Woran erkenne ich aufsteigende Feuchte?
Typisch ist ein horizontal begrenztes Feuchteband bis etwa einen Meter Höhe mit Salzausblühungen und abplatzendem Putz. Seitlich eindringendes Wasser zeigt sich dagegen flächig und oft nach Regenereignissen. Eine Darr-Messung von Bohrkernen liefert Gewissheit.
Ist eine Injektion dauerhaft wirksam?
Bei gleichmäßigem, nicht zu stark durchfeuchtetem Mauerwerk ja. Bei Bruchsteinmauerwerk mit großen Hohlräumen ist die Wirksamkeit schwer vorhersagbar — dort ist ein mechanisches Verfahren die sicherere Wahl.
Was tun bei Verdacht auf Hausschwamm?
Nichts abreißen, nichts abdecken, sondern einen Holzschutzsachverständigen hinzuziehen. Sein Gutachten definiert den Sanierungsumfang; ohne diesen Rahmen wird entweder zu wenig entfernt oder unnötig viel Substanz zerstört.
Begriffe aus dem Baulexikon
Horizontalsperre · Sanierputz · Salzausblühungen · Kondensat · Echter Hausschwamm · Perimeterdämmung · Rückstausicherung
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