Eigene Bauphysik, eigene Regeln — hier entscheidet die Materialwahl über den Bestand des Hauses.
- Bauzeit
- alle Epochen
- Spez. Heizlast
- 130–180 W/m²
- Anteil
- rund 2,4 Mio. Gebäude
- Stand
- 09/2026
Typische Konstruktion
Ungedämmt liegt der Wärmedurchgang dieser Wand bei etwa 1,7 W/m²K. Nach einer Außendämmung mit 16 cm erreicht dieselbe Wand rund 0,20 W/m²K.
- Tragendes Holzgerüst mit Gefachen aus Lehm, Ziegel oder Bruchstein
- Kalk- oder Lehmputz innen und außen, konstruktiver Holzschutz durch Überstände
- Holzbalkendecken, oft mit Lehmwickeln
- Steildach mit großen Überständen, historisch ohne Unterspannbahn
- Kein Sockel im heutigen Sinn, direkter Kontakt zum Erdreich
Richtwerte für ein unsaniertes Gebäude dieser Baualtersklasse. Die Reihenfolge der Sanierung folgt dieser Verteilung nur bedingt — entscheidend ist zusätzlich, wie günstig eine Fläche zugänglich ist.
Was in dieser Baualtersklasse häufig auftritt
- Fäulnis an Schwellen und Ständerfüßen durch Spritzwasser und dichte Sockelbeschichtungen
- Zementputz und Dispersionsfarbe aus früheren Sanierungen, die Feuchte einsperren
- Anobienbefall und Hausbock im Konstruktionsholz
- Undichte Gefachanschlüsse durch Schwinden des Holzes
- Nachträglich eingebaute Betonböden ohne Kapillarbrechung
Sinnvolle Reihenfolge
| Schritt | Maßnahme |
|---|---|
| 1 | Holzschutzgutachten und Bestandsaufnahme des Tragwerks |
| 2 | Zementputz und dichte Anstriche entfernen, Gefache mit Kalk oder Lehm instand setzen |
| 3 | Schwellen und Ständerfüße zimmermannsmäßig auswechseln |
| 4 | Dach dämmen, Überstände und Traufdetails erhalten |
| 5 | Innendämmung ausschließlich kapillaraktiv mit Feuchteschutznachweis |
| 6 | Heizung mit Flächenheizung und niedriger Vorlauftemperatur |
Der häufigste Fehler in dieser Klasse
Fachwerk verzeiht keine falsche Materialwahl. Zementputz, Dispersionsfarbe, Folien und dampfdichte Dämmungen sind die häufigste Ursache für Schäden am Tragwerk — sie sperren Feuchte im Holz ein, die dort früher trocknen konnte. Wer ein Fachwerkhaus saniert, braucht nicht den billigsten, sondern den erfahrenen Betrieb; ein Restaurator im Zimmererhandwerk ist die bessere Adresse als ein Allrounder.
Angebotsservice
Drei Angebote von Betrieben, die Bestandsgebäude kennen
Wir fragen nach Baujahr, Bauteil und Zustand — nicht nur nach der Postleitzahl. Das ist der Unterschied zwischen einem Kontakt und einem verwertbaren Angebot.