Dämmstoff aus zerfasertem Nadelholz, als Platte oder als Einblasdämmung. Im Altbau geschätzt, weil er diffusionsoffen ist und Feuchte puffern kann.
Mit einer Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,038 bis 0,050 W/(m·K) dämmt Holzfaser etwas schlechter als Mineralwolle und braucht deshalb etwas mehr Dicke – die Werte im Vergleich stehen unter Lambda-Wert. Ihr Vorteil liegt woanders: Sie ist schwer und speichert viel Wärme. Unter dem Dach verzögert das den Hitzeeintrag an Sommertagen um mehrere Stunden, ein Effekt, den leichte Dämmstoffe kaum haben.
Als Innendämmung wird Holzfaser meist mit Lehmputz oder Kalkputz kombiniert, die Feuchte kapillar verteilen. Außen dient sie als Putzträgerplatte oder als Unterdeckplatte im Dach. Wo sie hingehört, steht unter Fassade & Dämmung und Dachsanierung.
| Einsatz | Form |
|---|---|
| Über den Sparren | druckfeste Platten, zugleich Unterdeckung |
| Zwischen den Sparren | flexible Matten – siehe Zwischensparrendämmung |
| Innendämmung | Platten mit Lehm- oder Kalkputz |
| Fassade | Putzträgerplatten im Wärmedämmverbundsystem |
| Hohlräume | Einblasdämmung, etwa in der obersten Geschossdecke |
Sommerlicher Hitzeschutz
Holzfaserplatten sind fünf- bis zehnmal so schwer wie Mineralwolle und speichern je Kilogramm etwa doppelt so viel Wärme. Die Mittagshitze kommt deshalb erst Stunden später unter dem Dach an, oft erst am Abend, wenn gelüftet werden kann. Wer nur auf den Lambda-Wert schaut, übersieht diesen Vorteil. Alternativen für Wände mit hohen Brandschutzanforderungen: Mineraldämmplatte.
Nicht durchnässen lassen
Holzfaser verträgt Feuchte im Gebrauch gut, aber keinen Dauerregen auf der Baustelle. Unterdeckplatten dürfen nur für begrenzte Zeit als Behelfsdeckung dienen, und eingeweichte Platten müssen vor dem Schließen austrocknen.
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