Preisspannen je Position und eine durchgerechnete Beispielkalkulation für eine Altbauwohnung mit 70 m² auf Holzbalkendecke.
- Projektsumme
- 6.300 €–13.650 €
- Bezug
- 70 m² auf Holzbalkendecke
- Kostentreiber
- Untergrund, nicht Belag
- Stand
- 09/2026
Beispielkalkulation
Altbauwohnung von 1908, 70 m², Holzbalkendecke mit Einschub. Vorhandene Dielen bleiben liegen, darüber Trockenestrich und Parkett.
| Position | Menge | Preis |
|---|---|---|
| Bestand aufnehmen, Dielen befestigen, Hohlstellen ausgleichen | 70 m² | 700–1.750 € |
| Schüttung zum Höhenausgleich | 70 m² | 560–1.400 € |
| Trockenestrich mit Trittschalldämmung | 70 m² | 2.100–3.500 € |
| Parkett, Material | 70 m² | 2.100–5.600 € |
| Parkett verlegen | 70 m² | 2.450–3.850 € |
| Sockelleisten | 42 lfm | 340–760 € |
| Türen kürzen und wieder einpassen | 6 Stück | 300–720 € |
| Entsorgung und Anfahrt | pauschal | 250–600 € |
Die Spanne reicht von rund 9.000 bis 18.000 €. Bleiben Sie bei Vinyl statt Parkett und verzichten auf den Trockenestrich, landen Sie bei 6.300 € — das setzt allerdings einen ebenen, tragfähigen Untergrund voraus, den ein Altbau selten mitbringt.
Material je Quadratmeter
| Belag | Material | Verlegen |
|---|---|---|
| Teppich | 10–40 € | 20–30 € |
| Vinyl, Klick oder verklebt | 18–55 € | 22–35 € |
| Laminat | 15–45 € | 20–32 € |
| Linoleum | 25–55 € | 30–45 € |
| Kork | 25–60 € | 25–40 € |
| Fliesen | 25–100 € | 45–90 € |
| Parkett, Mehrschicht | 30–80 € | 35–55 € |
| Massivparkett und Dielen | 60–140 € | 45–70 € |
| Naturstein | 50–160 € | 60–110 € |
Stundensätze im Bodenlegerhandwerk liegen bei 45 bis 75 €. Nach Stunde wird aber selten abgerechnet — üblich ist der Quadratmeterpreis, Stundenlohn nur bei Reparaturen und Sonderfällen.
Warum der Untergrund teurer ist als der Belag
Im Neubau liegt ein ebener Estrich bereit, und der Belag macht den Preis. Im Altbau ist es umgekehrt: Die Holzbalkendecke federt, liegt selten waagerecht und trägt keinen schwimmenden Zementestrich — der wäre mit rund 120 kg je Quadratmeter zu schwer.
Deshalb kommt fast immer Trockenestrich zum Einsatz: Gipsfaserplatten auf einer Ausgleichsschüttung, zusammen 30 bis 45 kg je Quadratmeter. Das kostet mehr als Zementestrich, ist aber die einzige Variante, die eine Balkendecke ohne statischen Nachweis verträgt.
Der Posten, der in Angeboten gern fehlt
Die Aufbauhöhe. Schüttung und Trockenestrich bringen 6 bis 10 cm mit. Danach passen die Türen nicht mehr, die Heizkörperanschlüsse sitzen zu tief und die oberste Treppenstufe ist zu niedrig. Rechnen Sie 50 bis 120 € je Tür fürs Kürzen ein und lassen Sie sich die geplante Aufbauhöhe vor Auftragsvergabe schriftlich geben.
Was den Preis nach oben treibt
| Umstand | Aufschlag |
|---|---|
| Alter Belag muss raus, verklebt oder mehrschichtig | 8–25 €/m² |
| Verdacht auf Asbest im Bodenkleber oder in Cushion-Vinyl | Analyse ab 60 €, Sanierung 40–120 €/m² |
| Dielen aufarbeiten statt ersetzen | 35–70 €/m² statt Neuaufbau |
| Schallschutz zwischen Wohnungen nachweisen | 15–40 €/m² |
| Fußbodenheizung im Trockenaufbau | 60–110 €/m² |
| Verlegemuster: Fischgrät oder Diagonale | 20–40 % auf den Verlegepreis |
Vor 1990 gebaut? Erst prüfen lassen
Schwarzer Bodenkleber unter altem Parkett und weißliche Schaumschichten unter PVC können Asbest enthalten. Beides wird bei Sanierungen regelmäßig gefunden. Das Material ist gebunden und im Ruhezustand unbedenklich — gefährlich wird es beim Abschleifen. Eine Materialanalyse kostet wenig und entscheidet über das gesamte Vorgehen.
Wie diese Zahlen zu lesen sind
Angegeben sind Spannen aus dem Marktdurchschnitt, keine Festpreise. Regionale Unterschiede von 20 bis 30 Prozent sind normal, in Ballungsräumen auch mehr. Was ein Angebot teuer oder günstig macht, liegt selten am Belag — es sind Untergrundvorbereitung, Entsorgung und Anschlussdetails, die im Bestand erst nach dem Öffnen sichtbar werden.
Was ein Betrieb übernimmt, steht unter Fußboden & Estrich im Altbau. Mehrere Maßnahmen zusammen rechnen Sie im Sanierungsrechner durch.
Angebotsservice
Drei Angebote von Betrieben, die Bestandsgebäude kennen
Wir fragen nach Baujahr, Bauteil und Zustand — nicht nur nach der Postleitzahl. Das ist der Unterschied zwischen einem Kontakt und einem verwertbaren Angebot.