Die größte Baualtersklasse und der größte Sanierungsstau — direkt vor der ersten Wärmeschutzverordnung.
- Bauzeit
- 1960–1978
- Spez. Heizlast
- 90–130 W/m²
- Anteil
- rund 25 % des Wohnbestands
- Stand
- 09/2026
Typische Konstruktion
Ungedämmt liegt der Wärmedurchgang dieser Wand bei etwa 1,3 W/m²K. Nach einer Außendämmung mit 16 cm erreicht dieselbe Wand rund 0,20 W/m²K.
- Außenwände 24–36 cm, oft zweischalig mit Luftschicht oder als Sandwichelement
- Stahlbetondecken, Balkonplatten meist auskragend und ohne thermische Trennung
- Erste Isolierverglasung, große Fensterflächen und Fensterbänder
- Flachdächer und flach geneigte Dächer mit Bitumenabdichtung
- Ölzentralheizung mit Tank im Keller als Regelfall
Richtwerte für ein unsaniertes Gebäude dieser Baualtersklasse. Die Reihenfolge der Sanierung folgt dieser Verteilung nur bedingt — entscheidend ist zusätzlich, wie günstig eine Fläche zugänglich ist.
Was in dieser Baualtersklasse häufig auftritt
- Auskragende Balkonplatten als massive Wärmebrücken mit Korrosionsschäden
- Undichte Flachdächer und durchfeuchtete Dämmpakete
- Erste Generation Isolierglas mit blindem Scheibenzwischenraum
- Ölanlagen am Ende der Lebensdauer, Tankraum ohne Auffangwanne
- Asbest in Nachtspeicheröfen, Bodenbelägen und Kleber
Sinnvolle Reihenfolge
| Schritt | Maßnahme |
|---|---|
| 1 | Zustand von Flachdach und Balkonplatten prüfen — hier steckt der versteckte Sanierungsbedarf |
| 2 | Bei zweischaligem Mauerwerk Kerndämmung, sonst WDVS |
| 3 | Dach- beziehungsweise Flachdachdämmung erneuern |
| 4 | Fenster tauschen, Rollladenkästen dämmen |
| 5 | Ölheizung durch Wärmepumpe ersetzen, Tank fachgerecht ausbauen |
| 6 | Balkone thermisch trennen oder als vorgestellte Konstruktion neu bauen |
Der häufigste Fehler in dieser Klasse
Diese Klasse ist zahlenmäßig das Zentrum des deutschen Sanierungsstaus — und sie ist förderpolitisch die attraktivste, weil der Ausgangszustand schlecht und die Konstruktion unkompliziert ist. Der teuerste Fehler ist es, den Balkon zu vergessen: Eine auskragende, ungetrennte Betonplatte macht einen erheblichen Teil der Dämmwirkung der Fassade wieder zunichte und ist nach der Dämmung nur noch mit hohem Aufwand zu korrigieren.
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Drei Angebote von Betrieben, die Bestandsgebäude kennen
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