Wärmepumpe im Bestand, Heizlast, Flächenheizung, Hybrid.
- Preisspanne
- 22.000–38.000 € Wärmepumpe
- Bauzeit typisch
- 1–3 Wochen
- Förderung
- BEG EM bis 70 %
- Stand
- 09/2026
Was der Betrieb übernimmt
- Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 und raumweiser Abgleich
- Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe inklusive Speicher
- Gas-Brennwerttechnik und Hybridlösungen als Übergang
- Heizkörpertausch auf Niedertemperatur, Flächenheizung im Boden
- Hydraulischer Abgleich, Pufferspeicher, Warmwasserbereitung
- Demontage und Entsorgung der Altanlage, Schornsteinrückbau
Im Bestand besonders zu beachten
Die entscheidende Frage im Bestand ist nicht das Fabrikat, sondern die Vorlauftemperatur. Eine Wärmepumpe arbeitet wirtschaftlich, wenn die Anlage mit 45 bis 55 Grad auskommt. In vielen Altbauten ist das erreichbar — nicht durch neue Technik, sondern durch größere Heizflächen in den zwei bis drei kritischen Räumen und einen sauberen hydraulischen Abgleich. Wer stattdessen die alte Kesselleistung eins zu eins auf eine Wärmepumpe überträgt, kauft ein zu großes Gerät, das taktet und teuer läuft. Vor jedem Angebot: raumweise Heizlast rechnen lassen. Welche Räume bei Ihnen kritisch sind, zeigt vorab der Heizkörper-Check im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.
Die eine Zahl, die über die Wärmepumpe entscheidet
Nicht der Preis und nicht der Dämmstandard, sondern die Vorlauftemperatur. Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je kühler das Wasser sein darf, das sie in die Heizkörper schickt. Als Faustregel gilt: Jedes Grad weniger verbessert die Jahresarbeitszahl um rund 2,5 Prozent.
| Vorlauftemperatur | Typisch bei | Jahresarbeitszahl |
|---|---|---|
| 70 °C | Unsaniertem Altbau mit alten Gussheizkörpern | unter 2,5 – unwirtschaftlich |
| 55 °C | Teilsaniertem Bestand mit ausreichend großen Heizkörpern | rund 3,0 |
| 45 °C | Gedämmter Hülle oder groß dimensionierten Heizkörpern | 3,5 bis 4,0 |
| 35 °C | Flächenheizung im Boden oder in der Wand | 4,0 bis 4,5 |
Der Weg zu einer niedrigen Vorlauftemperatur führt im Altbau selten über die Fußbodenheizung – dafür fehlt die Aufbauhöhe. Er führt über größere Heizkörper. Ein Austausch von Typ 11 auf Typ 22 verdoppelt die Leistung bei gleicher Baugröße, und in vielen Räumen sind die alten Heizkörper ohnehin überdimensioniert, weil sie für einen Kessel mit 90 °C ausgelegt wurden.
Zwei Rechnungen, die vor dem Angebot stehen müssen
| Leistung | Was sie liefert | Kosten |
|---|---|---|
| Heizlastberechnung, raumweise | Wie viel Leistung jeder Raum wirklich braucht. Ohne sie wird nach Wohnfläche geschätzt – und meist zu groß. | 300–900 € |
| Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B | Voreinstellung jedes Ventils auf den berechneten Wert. Bei Förderung Pflicht. | 800–1.800 € |
Eine zu groß ausgelegte Wärmepumpe taktet: Sie springt an, erreicht schnell ihre Temperatur, schaltet ab und beginnt von vorn. Jeder Start kostet Strom und Lebensdauer des Verdichters. Das ist der häufigste Grund für entäuschende Verbrauchswerte im Bestand – nicht das Gerät, sondern seine Auslegung.
Was die Anlage kostet
| Position | Einheit | von | bis |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Einbau | Anlage | 22.000 € | 38.000 € |
| Sole-Wärmepumpe mit Erdsonde inklusive Bohrung | Anlage | 30.000 € | 50.000 € |
| Gas-Brennwertgerät als Übergangslösung | Anlage | 8.000 € | 14.000 € |
| Heizkörper tauschen | Stück | 400 € | 900 € |
| Pufferspeicher | Stück | 1.200 € | 3.000 € |
| Warmwasserspeicher | Stück | 1.500 € | 3.500 € |
| Steigleitungen und Verteilung erneuern | Geschoss | 2.000 € | 5.000 € |
| Alten Heizkessel und Tank ausbauen | pauschal | 1.000 € | 3.500 € |
Die 65-Prozent-Regel und Ihre Frist
Neue Heizungen müssen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Wann das für Sie greift, hängt an der kommunalen Wärmeplanung Ihrer Gemeinde – Großstädte über 100.000 Einwohner mussten bis Mitte 2026 planen, kleinere Kommunen haben bis Mitte 2028 Zeit. Bis dahin dürfen auch Gasgeräte eingebaut werden, allerdings mit Beratungspflicht und mit steigenden Anteilen erneuerbarer Brennstoffe später. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach dem Stand der Wärmeplanung, bevor Sie sich für ein Gerät entscheiden.
Was den Preis bestimmt
| Kostentreiber | Einordnung |
|---|---|
| Wärmequelle | Luft-Wasser 22.000–32.000 €, Sole-Wasser mit Erdsonde 32.000–48.000 € inklusive Bohrung. |
| Heizlast | Jedes zusätzliche kW verteuert Gerät und Speicher — deshalb lohnt Dämmung vor Technik. |
| Heizflächen | Austausch auf Niedertemperaturheizkörper 450–900 € je Raum; Fußbodenheizung im Trockenaufbau 90–140 €/m². |
| Speicher und Warmwasser | Kombispeicher 1.500–3.500 €, Frischwasserstation 900–1.800 €. |
| Rückbau | Öltankdemontage und -reinigung 1.200–2.500 €, Schornsteinrückbau nach Aufwand. |
Häufige Fragen
Funktioniert eine Wärmepumpe im unsanierten Altbau?
Häufiger als vermutet, aber nicht immer. Entscheidend ist die notwendige Vorlauftemperatur bei Auslegungstemperatur. Der schnellste Test ist der Heizkurven-Absenkversuch an einem kalten Tag: Bleiben alle Räume mit 50 Grad Vorlauf warm, ist der Weg frei. Bleibt ein Raum kalt, ist meist dieser eine Heizkörper das Problem — nicht das Haus.
Wie hoch ist die Förderung 2026?
30 Prozent Grundförderung auf förderfähige Kosten von bis zu 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, dazu Einkommensbonus, Familienzuschlag und der bis 2028 auslaufende Klimageschwindigkeitsbonus. Die Summe der Boni ist gedeckelt.
Erst dämmen oder erst die Heizung tauschen?
Wenn der Kessel noch läuft: erst Hülle, dann Technik — die Heizung wird dann kleiner und billiger. Wenn der Kessel ausgefallen ist, gilt die umgekehrte Reihenfolge, dann aber mit einer Auslegung auf den gedämmten Zielzustand, nicht auf den Ist-Zustand.
Begriffe aus dem Baulexikon
Wärmepumpe · Vorlauftemperatur · Jahresarbeitszahl · Heizlast · Hydraulischer Abgleich · KfW
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Wir fragen nach Baujahr, Bauteil und Zustand — nicht nur nach der Postleitzahl. Das ist der Unterschied zwischen einem Kontakt und einem verwertbaren Angebot.