Der Estrich entscheidet über Aufbauhöhe, Gewicht und darüber, wann der Belag drauf darf. Im Altbau ist jede dieser drei Größen ein Engpass.
- Preisspanne
- 25–75 €/m²
- Mindestdicke
- 45 mm Zementestrich
- Trocknung
- ab 4 Wochen
- Stand
- 09/2026
Was der Betrieb übernimmt
- Untergrund prüfen, Altbelag und alten Estrich ausbauen
- Ausgleich der oft stark unebenen Rohdecke
- Trittschall- und Wärmedämmung, Randdämmstreifen, Trennlage
- Zementestrich, Calciumsulfat-Fließestrich, Gussasphalt oder Trockenestrich einbauen
- Rohre der Fußbodenheizung einbetten und die Überdeckung einhalten
- Bewegungs- und Randfugen anlegen
- Restfeuchte messen und die Belegreife schriftlich bestätigen
Einschließlich Dämmung und Belag. Wer eine bestehende Tür und die vorhandene Treppenstufe behalten will, hat im Altbau oft nur 60 bis 90 mm zur Verfügung – damit scheidet der klassische Nassestrich mit Fußbodenheizung aus.
Welcher Estrich in welchen Altbau
| Art | Aufbauhöhe ab | Gewicht | Trocknung | Preis je m² |
|---|---|---|---|---|
| Zementestrich (CT) | 45 mm | rund 90 kg/m² | 4 bis 8 Wochen | 25–45 € |
| Calciumsulfat-Fließestrich (CA) | 40 mm | rund 80 kg/m² | 2 bis 4 Wochen | 30–50 € |
| Gussasphalt (AS) | 25 mm | rund 55 kg/m² | sofort begehbar | 45–70 € |
| Trockenestrich | 20–35 mm | 25–35 kg/m² | sofort begehbar | 40–75 € |
Im Altbau fällt die Entscheidung fast immer über das Gewicht. Eine Holzbalkendecke ist für 1,5 bis 2,0 kN/m² Nutzlast ausgelegt – ein Zementestrich mit 90 kg je Quadratmeter verbraucht davon schon die Hälfte, bevor ein Möbelstück im Raum steht. Deshalb ist auf Holzbalkendecken Trockenestrich der Regelfall und Nassestrich die Ausnahme, die einen Tragwerksnachweis braucht.
Der zweite Engpass ist die Aufbauhöhe. Wer eine bestehende Tür behalten will, hat oft nur 5 bis 7 cm zwischen Rohdecke und fertigem Boden – und davon gehen Dämmung, Estrich und Belag ab. Wird es eng, ist Gussasphalt die dünnste Nassvariante, oder es wird eine Dämmung mit besserer Wärmeleitfähigkeit eingesetzt, um Zentimeter zu gewinnen.
Über dem Heizrohr müssen bei Zementestrich in der Regel 45 mm stehen bleiben. Das ist der Wert, der die Gesamthöhe treibt – nicht die Dämmung.
Fußbodenheizung im Bestand
Bei einer Fußbodenheizung im Nassverfahren muss der Estrich das Heizrohr ausreichend überdecken – bei Zementestrich in der Regel 45 mm über dem Rohr. Zusammen mit dem Rohr und der Dämmung darunter kommt man so schnell auf 12 bis 15 cm Gesamtaufbau. Genau daran scheitert die Fußbodenheizung im Altbau meistens, nicht am Preis.
Die Alternativen sind Dünnschichtsysteme mit 15 bis 30 mm Aufbau oder Trockenbausysteme mit Wärmeleitblechen, die auch auf Holzbalkendecken funktionieren. Beide heizen träger und brauchen eine niedrigere Vorlauftemperatur – was zur Wärmepumpe passt, aber eine gute Dämmung voraussetzt.
Risse im Estrich
Nicht jeder Riss ist ein Mangel. Zu unterscheiden sind zwei Fälle. Schwindrisse entstehen, wenn der Estrich zu schnell trocknet – meist als feine, unregelmäßige Linien. Sie lassen sich mit Gießharz und eingelegten Klammern schließen, für etwa 15 bis 40 € je laufendem Meter. Konstruktive Risse laufen dagegen gerade durch das Feld, stehen oft an einer Ecke oder einem Türdurchgang und bewegen sich noch. Dort liegt die Ursache in der Konstruktion: fehlende Bewegungsfuge, zu großes Feld, eine durchgeschobene Dämmung oder eine schwingende Decke darunter.
| Regel | Wert |
|---|---|
| Feldgröße ohne Bewegungsfuge | höchstens rund 40 m² |
| Kantenlänge eines Feldes | höchstens rund 8 m |
| Seitenverhältnis | höchstens 2 zu 1 |
| Randfuge | umlaufend, auch an Säulen und Türzargen |
| Fuge bei Fußbodenheizung | zusätzlich an jedem Heizkreiswechsel |
Der Fehler, der den Belag ruiniert
Zu früh belegen. Die Faustformel „eine Woche je Zentimeter“ gilt nur bis etwa 4 cm und nur bei guten Bedingungen – darunter trocknet ein Zementestrich deutlich langsamer. Verbindlich ist allein die Messung der Restfeuchte, und die Grenzwerte sind eng: Zementestrich höchstens 2,0 CM-Prozent, mit Fußbodenheizung 1,8. Bei Calciumsulfat liegt die Grenze bei 0,5 beziehungsweise 0,3. Wer darauf verzichtet und Parkett verlegt, hat später eine Schüssel statt eines Bodens – und ohne Messprotokoll keine Handhabe.
Estrich auf der Holzbalkendecke
Der Regelfall im Altbau, und der Fall mit den meisten Fehlern. Die Balkenlagen federn, sie sind nicht eben, und sie vertragen kein zusätzliches Gewicht. Der bewährte Aufbau kommt deshalb ohne Nassestrich aus:
| Schicht | Dicke | Was sie leistet |
|---|---|---|
| Gebundene Schüttung | 20–60 mm | Gleicht die unebene Balkenlage aus und bringt Masse gegen Trittschall, ohne die Decke steif zu machen |
| Trittschalldämmplatte | 10–20 mm | Entkoppelt den Boden vom Untergrund |
| Trockenestrichelement | 20–30 mm | Die lastverteilende Ebene, meist Gipsfaser in zwei Lagen |
| Belag | 8–15 mm | Parkett, Diele, Vinyl oder Fliese |
Eine gebundene Schüttung ist einer losen vorzuziehen: Sie rieselt nicht in die Fehlbodenzwischenräume nach und setzt sich nicht. Und die Randfuge muss auch hier umlaufend sein, sonst überträgt der Boden jeden Schritt an die Wände.
Was im Angebot stehen muss
- Estrichart nach Kurzzeichen und Festigkeitsklasse, etwa CT-C25-F4
- Nenndicke in Millimetern – nicht „nach Bedarf“
- Aufbau der Dämmschicht mit Dicke und Zusammendrückbarkeit
- Lage der Bewegungsfugen als Skizze, nicht als Satz
- Wer die Restfeuchte misst, mit welchem Verfahren und wann
- Bei Fußbodenheizung: Aufheizprotokoll als eigene Position
- Ausbau und Entsorgung des Altbestands, mit Angabe zur Asbestprüfung
Der letzte Punkt ist der, der Projekte kippt. Unter Belägen aus der Zeit vor 1993 steckt häufig asbesthaltiger Kleber oder eine Vinyl-Asbest-Platte. Wird das erst beim Aufstemmen bemerkt, steht die Baustelle – siehe Schadstoffsanierung.
Häufige Fragen
Muss der alte Estrich raus?
Nicht zwingend. Ein tragfähiger, rissfreier Altestrich kann als Untergrund dienen – das spart Ausbau, Entsorgung und Aufbauhöhe. Prüfen lassen sollten Sie Haftzugfestigkeit und Hohlstellen. Vorsicht bei Altbelägen: Unter Linoleum und Cushion-Vinyl aus der Zeit vor 1993 steckt oft asbesthaltiger Kleber, siehe Schadstoffsanierung.
Wie lange darf ich den Raum nicht betreten?
Zementestrich ist nach zwei bis drei Tagen begehbar und nach etwa einer Woche belastbar. Das ist nicht dasselbe wie belegreif – bis dahin vergehen vier bis acht Wochen. Gussasphalt und Trockenestrich sind sofort begehbar und belegreif; das ist ihr eigentlicher Vorteil im bewohnten Altbau.
Kann ich beheizten Estrich schneller trocknen?
Ja, mit einem geregelten Aufheizprogramm nach dem Erhärten. Es wird protokolliert und ist die Voraussetzung für die Abnahme durch den Bodenleger. Bautrockner allein bringen wenig, wenn die Feuchte aus der Tiefe nicht nachkommt.
Was kostet es insgesamt?
Rechnen Sie mit 55 bis 110 € je m² für Ausbau des Alten, Dämmung, Estrich und Randarbeiten – ohne den Belag. Die Einzelpositionen stehen unter Kosten für Fußboden und Estrich.
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Drei Angebote von Betrieben, die Bestandsgebäude kennen
Wir fragen nach Baujahr, Bauteil und Zustand — nicht nur nach der Postleitzahl. Das ist der Unterschied zwischen einem Kontakt und einem verwertbaren Angebot.